Tenntrådsbrodier - Saamische Zinnfadenstickerei.

 

 

Seit jeher schmückten die Skandinavier den eigenen Besitz mit gesponnenen Metallfäden, üblicherweise aus Bronze, Silber oder Gold. Im 19. Jahrhundert galt diese Kunst als beinahe verloren und wird heute nur noch von wenigen Handwerkern beherrscht. Die Muster stellen Elemente der keltischen Formensprache dar – es sind Bandflechtmuster, die norwegische Knotenmuster aus dem 9. und 10. Jahrhundert zeigen. Die saamische Kunst der Zinnfadenstickerei ist bereits  400 Jahre alt. Traditionell dienten entkernte Zweige als Hohlformen, die mit einer Zinn-Blei-Legierung ausgegossen wurden. Die so entstandenen biegsamen Zinnstäbe wurden anschließend viele Male gepresst, bis sie so fein waren, dass man damit Rentiersehnen umspinnen konnte.

 

Als Hilfsmittel dienten durchbohrte Scheiben aus Rentierhorn, deren Bohrlöcher von unterschiedlichem Durchmesser waren. Heute bedient man sich zur Herstellung der Zinnfäden modernerer Methoden, das kunstvolle Flechten und Sticken geschieht allerdings wie eh und je in Handarbeit. Dem Zinn wird anstelle von Blei ein Anteil reinen Silbers beigemischt, und statt der tierischen Sehnen verwendet man heute Baumwollfäden. Das Leder ist mit Rinden von Birke, Weide und Tanne gegerbtes Rentierleder. Natürliche Unregelmäßigkeiten im Farbton sind kein Zeichen minderer Qualität, sie spiegeln vielmehr das Leben der Tiere in der rauhen Umgebung Nordskandinaviens wider: Wo sich Narben gebildet haben, nimmt die Haut mehr Gerbstoffe auf.

 

Ich verwende zusätzlich zum Rentierleder auch Lamm- und Rindsleder. Der Knopf ist aus gefeiltem Rentierhorn. Die Perlen sind aus 925er Silber und zum Teil vergoldet.